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Presse

 


Römisch-Katholische Zeitschrift "Der 13." (Ausgabe Oktober 2008)

Finanzbeamter erpresste Orthopäden

Der Betriebsprüfer ließ sich 5000 Euro Schmiergeld zahlen. Damit finanzierte er seine Spielsucht: Zwei Jahre bedingte Haft.

Der Orthopäde staunte nicht schlecht, als er den Betriebsprüfer vom Finanzamt erkannte:

Das war doch der Mann, mit dem er einmal eine ganze Nacht im Wiener Prater an den Automaten durchgespielt hatte. Jener Zocker, der damals so freundlich gewesen war, ihn mit dem Auto nach Hause zu chauffieren, um Geld zum Weiterspielen zu holen ...

Es war kein Zufall, dass die zwei Männer wieder aufeinander trafen. "Ich hab' mir den Akt des Orthopäden selbst zugeteilt", gab der Finanzbeamte am Dienstag vor dem Wiener Richter Friedrich Zeilinger zu. "Weil Sie Geld gerochen haben", folgerte dieser.

So war es.

Den 34-jährigen Steuerprüfer zog es nämlich seit mehr als einem Jahrzehnt "fast jeden Tag" nach Dienstschluss in Spielhöllen oder in den Prater. 130.000 Euro Schulden "Minimum", wie er selber sagt - hat der Spieler angehäuft; drei Bankkredite dafür aufgenommen.

Die Betriebsprüfung für den Orthopäden setzte der Finanzbeamte auch nach Dienstschluss an. In einem Kaffeehaus wurde man dabei schnell per Du. Trotzdem zeigte sich der Beamte von der bösen Seite: "Er hat mir gedroht, dass er mich so fertig machen wird, dass ich nicht mehr aufstehen kann. Dass er alles umdrehen wird, meinen Betrieb, mein Haus, alle Konten. Er hat gesagt, er wird dafür sorgen, dass ich zehn Jahre lang eine Steuerprüfung habe und mit einer Nachzahlung von 500.000 Euro rechnen muss." Gegen ein "Schmiergeld" von 5000 Euro sei aber alles zu "bügeln".

Die Zermürbungstaktik ging auf, der Orthopäde ließ sich leicht erpressen. Die 1000 Euro, die er bei sich hatte, streifte der Beamte gleich ein. Ein paar Tage später ließ er sich in einem Kuvert 500 Euro zuschieben.

Die 2000 Euro, die er tags darauf einkassieren wollte, stammten aber nicht mehr vom Orthopäden sondern - vom Staatsanwalt. Der Erpresste hatte seinen Anwalt verständigt, die Polizei wurde eingeschaltet. Der Finanzbeamte wurde bei der Geldübergabe verhaftet.

Er hatte seine Spielschuld auch schon vorher mit Malversationen finanziert: Von Finanzkonten mehrerer Steuerzahler hatte er 50.000 Euro abgezweigt und alles Geld in einarmige Banditen geworfen.

Am Dienstag wurde der Betriebsprüfer rechtskräftig zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt - damit verliert er er automatisch auch seinen Beamtenstatus.

"Kurier" vom 7. Mai 2008, Ressort: Chronik

 

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